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"Ohne Mut zur eigenen Idee" - Serviceplan Kreativgeschäftsführer Benedikt Göttert über die Plakatwerbung zur Abgeordnetenhauswahl

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08.2011

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"Ohne Mut zur eigenen Idee" - Serviceplan Kreativgeschäftsführer Benedikt Göttert über die Plakatwerbung zur Abgeordnetenhauswahl

08.2011

(Interview aus der Berliner Zeitung vom 08. August 2011)

Seit gut einer Woche lächeln wieder Politiker von Laternenpfählen und Hauswänden, die Parteien werben um die Stimmen der Wähler für die Abgeordnetenhauswahl am 18. September. Doch wie gut ist die Parteienwerbung, wie überzeugend sind die Botschaften? Darüber sprachen wir mit Benedikt Göttert, dem Kreativchef der Agentur Serviceplan Berlin.

Herr Göttert, wie gefallen Ihnen die Plakate?

Ich finde das Niveau für eine Stadt, die die Hauptstadt der Kreativen sein will, enttäuschend. Nur die SPD erreicht ein akzeptables Niveau.

Wieso?

Die SPD hat den emotionalsten Auftritt. Es gibt vier Motive mit schwarz-weißen Fotos, darauf sieht man Menschen, mit denen man sich auf Anhieb identifizieren kann: ein Vater mit Kind, ein Mädchen mit Kopftuch, zwei Frauen am Schreibtisch. Darunter steht der Slogan: Berlin verstehen. Das ist kurz, kompakt, gefühlvoll.

Ist das nicht auch ziemlich inhaltsleer?

Das stimmt. Es ist eine unpolitische Kampagne. Aber die SPD braucht auch nicht unbedingt ein Thema. Sie kann sagen, guckt her, so schön ist Berlin unter unserer politischen Führung geworden.

Aber kann man damit neue Wähler ansprechen?

Die wenigsten Menschen trauen sich zu, politische Sachfragen zu beurteilen. Deshalb wählen sie nach Gefühl, nach Sympathie, und es geht im Wahlkampf vor allem auch darum, die eigenen Leute zu mobilisieren. Insgesamt merkt man allerdings, dass allen Parteien der Mut zur eigenen Idee fehlt. Besonders offenkundig ist das Problem bei den Grünen. Ich hätte mir Renate Künast angriffslustiger gewünscht. Das wäre die Gelegenheit gewesen, sich als frisch und ideenreich zu verkaufen. Gerhard Schröder ließ für sich mit dem Slogan werben "Ein Niedersachse muss Kanzler werden". Das war frech.

Lesen Sie hier das gesamte Interview (pdf)


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Ansprechpartner

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PR-Referent
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